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Eine unsichere Zukunft gestalten [3 Zettel]

Planung muss Vielfalt zukünftiger Entwicklungen berücksichtigen

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie gefährlich es sein kann, alles auf optimale Effizienz zu trimmen. Statt auch noch das letzte bisschen Effizienz herauszuholen, sollten wir vielmehr so planen, dass wir unter der größtmöglichen Zahl der zukünftigen Ereignisse auf ein gutes Ergebnis kommen. Der Autor nennt dies robust satisficing.

Schwartz, B. (2020, August 19). Why efficiency is dangerous and slowing down makes life better. Psyche. https://psyche.co/ideas/why-efficiency-is-dangerous-and-slowing-down-makes-life-better

Sind wir bereit Arbeit zu investieren, auch wenn die Zukunft nicht vollständig unseren Vorstellungen entsprechen wird?

Wir wollen die Zukunft so gestalten, wie wir sie uns vorstellen, und sind bereit, dafür extrem viel Arbeit und Energie zu investieren. Dabei ist nahezu sicher, dass die Zukunft nicht genauso werden wird, wie wir sie uns vorstellen. Sind wir trotzdem bereit, an ihr mitzuarbeiten?

Danaylov, N., & Palmer, A. (2020, Mai 16). Ada Palmer on Pandemics, Progress, History, Teleology and the Singularity. Singularity.Fm , Epsiode 248. https://www.singularityweblog.com/ada-palmer/

Motive und Ziele sind oft nicht ex ante gegeben, sondern entstehen im Handeln

Auch wenn die (Selbst-)Management-Literatur das Hinarbeiten auf vorab definierte Ziele in den Mittelpunkt stellt, ergeben sich Ziele, Motivationen und auch die konkrete Richtung z. B. des Schreibens oft erst in der Praxis. Während des eigentlichen Handelns. Hier ergeben sich Schleifen der Rückkopplung, die uns im Kleinen zeigen, welche Handlungswege gangbar sind – nicht nur erscheinen – und welche nicht.

Ahrens, S. (2017). Das Zettelkasten-Prinzip. Books on Demand.

Disclaimer

Seit einiger Zeit speichere und vernetze ich meine Notizen in einem Zettelkasten. Die Zettel in diesem Beitrag kommen unbearbeitet daraus. Sie sind meist Paraphrasen aus den zitierten Quellen oder eigene Gedanken dazu. Sie sind nicht geschliffen und erheben keinen Anspruch darauf “richtig” zu sein, sondern erschienen mir einfach “interessant”. Sie entsprechen auch nicht notwendigerweise meiner persönlichen Meinung.

3 Kommentare

  • Ich hätte zwei Fragen allgemein zum Arbeiten mit dem Zettelkasten als Methode; ich habe die Podcast-Episode gehört und auch das Buch von Ahrens gelesen. Wäre aber an Erfahrungen aus der Arbeit mit dem Zettelkasten interessiert. Plane mit einem Zettelkasten zu beginnen.

    1. Wie verhalten sich Exzerpt zu Zettelkasten-Zettel? Wie weit entfernt sich der Inhalt des Zettels vom exzerpierten Text und wie schafft man es dennoch “sauber” wissenschaftlich arbeiten zu können? Wie viel vom Exzerpt wird unmittelbar auf den Zettel “kopiert”?

    2. Wie schafft man es beim Verschlagworten sich in die Entnahmelogik (Ahrens) hineinzudenken? Also nicht zu stark nach einer hierarchisch-thematischen Gliederung zu verschlagworten? Kann man da Empfehlungen aussprechen? Oder von Erfahrungen berichten?

    • Hallo Marco,

      dann versuche ich mal, was zu deinen Fragen zu sagen:

      zu 1) Beim Exzerpt bewegst du dich noch in der Logik des eigenen Textes. Du fasst also zusammen, was die Autorin geschrieben hat. Beim Übertrag in einen Zettel transformierst du das Ganze in deine Logik. Es geht jetzt nicht mehr darum, was die Autorin sagt, sondern darum, was du daraus mitnimmst. Welche Aspekte für dein Denken relevant sind, wie du die Aussagen bewertest, wie sie sich zu anderen gelesenen Texten verhalten. Eine kleine Zusammenfassung – wenn möglich “in eigenen Worten”, also ohne unmittelbar in die Quelle oder das Exzerpt zu schauen – kann da durchaus Teil sein. Aber eben reduziert auf das, was für dich interessant und relevant ist und an dein eigenes Denken angebunden. Mit einer Quellenangabe kannst du die Zusammenfassung dann in deinen Text übernehmen und die Gedanken drumherum sind ja eh deine, oder stammen eben aus anderen Quellen…

      das führt dann auch zu 2) Idealerweise hast du eine grobe Idee, was später mit den Zetteln passieren soll – z.B. eine Abschlussarbeit zu einem konkreten Thema. Dann ordnest du die Zettel eben nicht nach der Logik der Autorin “Karl Marx”, “Biographie”, sondern einen Zettel zu “Entfremdung”, “Kapitalismuskritik” oder “90er Jahre Interpretation von Marx” und einen unter “Preis”, “Arbeitswerttheorie” oder “Ökonomie des 19. Jahrhunderts” – eben so, wie es zu deinem Denken passt.

      Hoffe, das hat dir ein wenig geholfen. Wenn nicht, frag gerne weiter…

      Gruß
      Nils

      • Hallo Nils,

        herzlichen Dank; das hat mir bereits weitergeholfen. Ich habe es bereits mehrfach versucht, aber immer wieder abgebrochen, weil ich – so meine Vermutung – zu sehr auf Perfektion herauswollte und nicht akzeptiert habe, dass es ein Werkzeug des Denkens ist, was sich weiterentwickelt.

        Gerade in der Zusammentragung des aktuellen Forschungsstandes (als Teil der Diss.) bleibt man – jedenfalls zum Teil – ja doch sehr in der Logik der rezipierten Autor*innen verhaftet. In den Zettelkasten wandern dann allerdings nicht, oder jedenfalls nicht nur, die Zusammenfassungen, sondern eben vor allem bereits weiterführende Gedanken in der Logik meines Themas.

        Ich glaube, dass dies der “Knoten” war, den Du mit Deiner Antwort bei mir (endlich!) durchschlagen hast. Danke!

        Viele Grüße
        Marco

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