Wissenschaft ist kein Traumberuf. [Link]

Nach erfolgter Promotion und vielleicht ein paar Jahren als PostDoc gilt es in akademischen Kreisen oft als Scheitern, wenn man die Hochschule schließlich verlässt, um das Glück in der Wirtschaft oder an anderer Stelle im öffentlichen Dienst zu finden. In einem äußerst lesenswerten Artikel stellt Ahmed Alkhateeb diese Interpretation in Frage. Für ihn ist die Hochschule in erster Linie ein prekärer und ausbeuterischer Betrieb, der mehr von seinem Ruf lebt, als von der Realität:

The second point that underlies the stigma of failure is the notion that academia offers personal fulfillment and self-realization. This notion is contradicted by indications that the average academic scientist today is depressed and anxious. […] It is absurd to think that leaving academia is a failure. Academic scientists work inhumane hours; are grossly underpaid; face unstable future prospects; and rarely have access to basic professional resources such as HR departments. More importantly, the few perks they think academia offers are either non-exclusive or practically non-existent.

Ganz so negativ nehme ich persönlich meine Arbeit an der Hochschule nicht wahr. Es ist aber nicht abzustreiten, dass unser aktuelles Wissenschafts- und Hochschulsystem nur funktioniert, solange sich genügend Idealisten finden, denen unbezahlte Überstunden, fehlende soziale Absicherung (bei Stipendien) und kurzfristige Planungshorizonte nichts ausmachen. Mal schauen, wie lange das noch funktioniert, denn die Naturwissenschaftler_innen und Ingenieur_innen klagen bereits über kräftigen Nachwuchsmangel…