"The Dawn of Everything" von David Graeber und David Wengrow

  • Cover

    Intellektuell harte Kost mit vielen Details und mäandernden Kapiteln. Im Kern aber wirklich lohnenswert und ein gewaltiger Perspektivenwechsel.

    Podcast

    Notizen

    1 Farewell to Humanity’s Childhood: Or, why this is not a book about the origins of inequality

    Die Autoren stellen sich in ihrem Buch gegen die zwei etablierten großen Erzählungen der menschheitsgeschichte: die russische erzählung der Menschheit als zivilisationsprozess der großes hervorbringt; und die Hobbes erzählung das zivilisationsprozess als einhegung der menschlichen Triebe. Dabei richten sie sich in erster Linie gegen die Idee eines linearen Fortschritts.

    The term ‘inequality’ is a way of framing social problems appropriate to an age of technocratic reformers, who assume from the outset that no real vision of social transformation is even on the table. (S. 7)

    Es gab in der Geschichte nie einen Moment der absoluten Gleichheit, aus dem die Zivilisation ist vertrieben hat. Stattdessen müssen wir uns fragen, warum wir uns so sehr in der Frage nach den Ungleichheiten gefangen fühlen.

    Bis heute nehmen bekannte Autoren wie z.b. Steven Pinker die gedankenexperimente von Rosso oder hops für bare Münze und Segen ihnen tatsächlich Überschreitungen des vorgeschichtlichen Lebens. Diese basieren jedoch in keiner Weise auf aktuellen archaeologischen oder anthropologischen Erkenntnissen, im Gegenteil, sie widersprechenden sogar.

    Freiheitliche und liberale Werte sind keineswegs ursprünglich aus der westlichen Tradition. Vielmehr sind sie im Rahmen der Renaissance und der Aufklärung von außen in diese Tradition er eingetragen worden und mussten gegen großen Widerstand erkämpft werden.

    Zahlreiche Geschichten Berichte von Menschen, die im content mikronisierung es Leben mit denen in “Eingeborenen “am vorzogen, auch wenn dieses auf den ersten Blick weniger erstrebenswert scheint.

    Vereinfachung und stereotypisierung ist notwendig, um übergreifende Aussagen treffen zu können. Sie werden jedoch dann problematisch, wenn sie aufrechterhalten bleiben, nachdem diese Aussagen getroffen wurden.

    2 Wicked Liberty: The indigenous critique and the myth of progress

    Die westliche geistesgeschichte geht stark davon aus, dass unsere philosophischen Ideen und Gedanken auch aus dem Westen stammen, von genialen Geistern in in der Interaktion geschaffen wurden. Die hat hoch und argumentieren jedoch, dass hier viel mehr Einfluss von außen sind und gerade in der Frage der Ungleichheit, bzw der urtümlichen Gleichheit, amerikanische Ureinwohner eine ganz zentrale Rolle spielen. Sie gehen sogar soweit, zu behaupten, dass unsere gesamte Meter narrativ der zivilisatorischen Entwicklung in erster Linie dazu dient, den Einfluss nicht westlicher Denker zu verdecken, bzw ihre Kritiken zu kontern.Sie gehen dabei nicht von der Frage aus, warum es Ungleichheiten gibt, sondern von der Frage, warum gerade zu dieser Zeit damit begonnen wurde, über Ungleichheit nachzudenken Punkt während gleichzeitig 1 fiktive Gleichheit als ursprünglicher Zustand angenommen wird.

    Völker der first Nation in den USA sahen die Franzosen als ein egoistisches und wenig kultiviertes Volk an, bei dem sich die Menschen gegenseitig ins Wort fallen und die sich in ständiger Angst vor ihren Herrscher innen lebten. Auch Ideen individueller Freiheit waren bei den Franzosen nicht sonderlich stark ausgeprägt, sondern viel stärker bei den First Nations.

    Die Berichte jesuitische Missionare aus Amerika waren voller Empörung und schockierung über die Freiheiten, die Menschen der First Nations genossen.

    Die krieg der fast nations in Amerika an dem europäischen Leben kam nicht nur durch die Berichte der Jesuiten in Europa an, sondern auch durch ein Buch von lachend an, der Gespräche mit einem Angehörigen der first Nation wieder gab. Diese Gespräche wurden lange Zeit als fiktiv angesehen, mittlerweile gibt es doch gute Gründe anzunehmen, dass sie dieser oder ähnlicher Form tatsächlich stattgefunden haben.Auch wenn die Darstellungen in diesen Gesprächen das Bild des noblen wilden im Grunde bestätigen, betonen die Autoren, das hier natürlich der Sprecher selbst sein eigenes Volk romantisiert, gerade um die Unterschiede gegen den gegenüber den Europäern zu betonen.

    Die Abwertung egalitärer Kulturen als premodern erfolgt in direkter Reaktion auf deren Kritik an der europäischen Lebensweise. So konnte sie ab konnten sie abgewertet werden mussten nicht dass gesprächspartner auf augenhöhe akzeptiert werden.

    Rousseau greift in seinem Essay die Kritik der First Nations auf und übersetzt sie in Begrifflichkeiten, die für andere europäische Denker anschlussfähig sind. Auch erst in der Entstehung des privateigentums den zentralen Grund für den Abstieg des Westens. Gegensatz zu den First Nation sieht er aber kein eine andere Grundlage für eine Gesellschaft und genau dieses fehlen einer Alternative prägt die anschließende Diskussion in Europa bis heute.

    In the American view, the freedom of the individual was assumed to be premised on a certain level of ‘baseline communism’, since, after all, people who are starving or lack adequate clothes or shelter in a snowstorm are not really free to do much of anything, other than whatever it takes to stay alive. (S. 66)

    The European conception of individual freedom was, by contrast, tied ineluctably to notions of private property. Legally, this association traces back above all to the power of the male household head in ancient Rome, who could do whatever he liked with his chattels and possessions, including his children and slaves. (S. 66)

    Kritik am Bild des edlen Wilden, die heute in erster Linie von der politischen Linken kommt, war ursprünglich eine Idee der politischen Rechten, die auf diese Weise den Einfluss der amerikanischen Kritik auf das westliche Leben widersprechen wollte. Sie warf Autoren Virus so vor, ihre eigenen politischen Ideen den nicht Europäern in den Mund zu legen und sie so zu verklären zu romantisieren.

    If there is really a toxic element in his legacy, it is this: not his promulgation of the image of the ‘noble savage’, which he didn’t really do, but his promulgation of what we might call the ‘myth of the stupid savage’– even if one he considered blissful in its state of stupidity. (S. 73)

    Wenn wir heute über Gleichheit reden, dann wissen wir im Grunde überhaupt nicht, worüber wir sprechen. Es gibt so viele unterschiedliche Perspektiven und komplexe Beziehungen, dass Jan einer licher Standard von Gleichheit, bilden lässt. Oftmals wird gleich hätten korntex daher als die menschliche Masse verstanden, die übrig bleibt, wenn wir sämtliche Zivilisation von ihr entfernen. Dabei werden diese Menschen in erster Linie als zu dumm und unkreativ gesehen, sich eine andere Welt vorzustellen. Und genau dies ist der zentrale Fehler, wie uns der anthropologische und der archeologische Blick in die Vorgeschichte zeigen.

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      Nach einer Tour durch die diversen digitalen Notoz-Tools bin ich mittlerweile bei einem klassischen analogen Zettelkasten angekommen - so richtig mit Stift und Karteikarte.

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