Nicht-lineare Notizen und Publikationsformen können Entropie in der Mitte stabil halten

  • Nicht-lineare und nicht-statische Notiz- und Publikationsverfahren wie Zettelkästen und digitale Gärten erlauben ein besonderes Vorgehen in der Entwicklung der Entropie zwischen Lesen und Schreiben: Sie machen es möglich, ein “mittleres” Maß der Entropie zeitlich stabil zu halten. Sie fassen die diffusen Gedanken im Kopf in eine konkrete und manifeste Form und verhindern dadurch, dass sie sich im Laufe der Zeit auflösen und verschwinden. Gleichzeitig erhalten sie aber eine sehr flexible Anschlussfähigkeit und Veränderbarkeit.

    Dabei sind klassische Zettelkästen, die sich an der Idee verzweigender Folgezettel orientieren, ihren aktuell beliebten, meist digitalen Pendants, die eher auf sich stetig verändernde, inhaltlich autoritative Notizen setzen, in einer Sache voraus: Sie lassen die Komplexität der Zeit erhalten, indem einmal formulierte Zettel dauerhaft stehen bleiben und damit weiterhin anschlussfähig sind. Die formulierten Gedanken können kleinschrittig erweitert, kommentiert und kontextualisiert werden, anstatt - bei der Idee atomistischer Notizen - als Teil eines übergreifenden Sinnzusammenhanges letztlich überschrieben zu werden, wenn sie zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr relevant genug erscheinen. Die atomistischen Notizen bilden damit zeitlich immer nur einen Querschnitt ab, klassische Zettelkästen hingegen können einen Längsschnitt des eigenen Denkens abbilden.

    In meinem eigenen System bilde ich diesen Unterschied zwischen meinem physischen Zettelkasten und meinem digitalen Garten ab - letzterer bietet dabei immer “nur” einen zeitlich gebundenen Querschnitt ab bzw. wie C. Wright Mills sie bezeichnet, einen organized release. Damit überbrückt der Digitale Garten eine weitere Lücke in dem Fluss von Lesen, Zettelkasten, Digitaler Garten, umfassende und linear strukturierte Publikationen - wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob es letztere überhaupt braucht.

    • Mein Digitaler Garten

      Digitale Gärten sind eine neue alte Art der Publikation im Netz. Hier gibt es einen Überblick über meinen Garten, in dem du dich gerade bewegst.

    • 🌟 Das Denken ähnelt dem Handwerk, indem es Werkzeuge und Techniken nutzt, die gelernt und gestaltet werden müssen.

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      Kann und sollte man als Autor*in eine definitive Struktur des Materials vorgeben, oder entsteht die ohnehin im Grunde immer erst bei den Leser*innen?

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      Entropie ist ein Maß für die Ordnung eines Systems. Lesen, Denken und Schreiben wiederum verändern bzw. fixieren die Ordnung von Informationen.

    • Mein Wissensmanagement-Flow

      Mein persönliches Wissensmanagement ist auf meine konkrete Arbeits- und Denkweise zugeschnitten. Hier gebe ich einen Einblick.

    • Nummerierungsschema meines Zettelkastens

      Ein klar definiertes Nummerierungsschema ist unverzichtbar, damit ein analoger Zettelkasten funktioniert. Ich habe mich dabei für eine leichte Abwandlung von Luhmanns System entschieden.

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      Digitale Tools für Notizen sind verlockend und praktisch. Ein analoger Zettelkasten hat jedoch spezifische Vorteile, die sich digital kaum nachbilden lassen.

    • Mein Zettelkasten

      Nach einer Tour durch die diversen digitalen Notoz-Tools bin ich mittlerweile bei einem klassischen analogen Zettelkasten angekommen - so richtig mit Stift und Karteikarte.

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