Mein Wissensmanagement-Flow

Mein Umgang mit Wissen, Ideen und Gedanken ist sehr speziell und daher muss mein persönliches System für das Wissensmanagement darauf ausgelegt sein: Ich lese sehr viele Artikel und Bücher, höre Podcasts und schaue Videos. Die darin enthaltenen Ideen und bei mir ausgelösten Gedanken möchte ich möglichst schnell festhalten. Und zwar nicht irgendwie, sondern so, dass ich sie auch Monate oder Jahre später finden kann, wenn ich mich mt einem bestimmten Thema etwas ausführlicher beschäftige - zum Beispiel, um hier ein entsprechendes Beet anzulegen oder zu erweitern. Ich weiß daher beim Lesen oft nicht, ob ein bestimmter Punkt fr mich nochmal relevant wird und - wenn ja - wo.

Gleichzeitig bin ich sehr viel interdisziplinär unterwegs. Meine Denkweise besteht darin, dass ich Verbindungen zwischen unterschiedlichen Bereichen ziehe, Ähnlichkeiten sehe und auf der Grundlage Ideen und Gedanken entwickle. Ich gehe selten in das tiefste Detail, sondern Blicke auf das Große Ganze und die komplexen Zusammenhänge, die dieses prägen.

Aus diesen beiden Punkten ergibt sich, dass ich einen schnellen Input brauche und zwar in ein System, dass mir nach langer Zeit noch erlaubt, Beziehungen zwischen entfernten Fächern und Themen herzustellen, diese dann zu entwickeln und schließlich in einer Weise darzustellen, die ihrer Kompexität angemessen ist. Ich denke dabei nicht in Wochen oder Monaten, sondern in Jahren.

Quellen finden und lesen

Tools: Inoreader, Instapaper, Kindle, IFTTT

Der erste Schritt ist, interessante Quellen zu finden und diese auch tatsächlich zu lesen. Dies habe ich als neben den Strom treten beschrieben, Schon hier in diesem ersten Schritt gehen eine Menge Texte verloren - ich erkenne sie auf den ersten Blick zwar als interessant, komme aber nicht dazu, sie auch tatsächlich zu lesen. Mehr zu Tools und vorgehen hier: Wie ich neben den Strom trete

Erste Notizen und Gedanken sichern

Tools: Obsidian, eigene API, IFTTT

Aus den gelesenen Texten (gehörten Podcasts und geschauten Videos) kommen die Ideen und Gedanken dann in mein Obsidian-Archiv: Jede Quelle bekommt ihre eigene Markdown-Datei, die automatisch mit den Hervorhebungen und Notizen bespielt wird. Das läuft über Instapaper, IFTTT und eine eigene kleine API, die die Dateien in das Format bringt, in dem ich sie haben will. In Obsidian bekommen diese Dateien dann nur ein paar Schlagwörter, damit ich sie später auch wiederfinde, wenn mich ein spezifisches Thema umtreibt.

Bis zu diesem Punkt geht es mir darum, möglichst viel von dem zu erfassen, was ich Lese - egal, ob es später mal relevant für mich wird oder nicht. Es reicht, dass ich es zum Zeitpunkt des Lesens interessant fand.

Ideen und Gedanken verzetteln

Tools: Obsidian, analoger Zettelkasten

Wenn ich mich wieder intensiver mit einem Thema auseinandersetzen will, führt mich der Weg in meinen analogen Zettelkasten. Hier stelle ich explizite Verbindungen zwischen den verschiedenen Ideen her; ich entwickle Argumentationsstränge und nutze den Zettelkasten als Gesprächspartner, der mir Wege und Bezge aufzeigt. So entstehen Karten um Karten mit konkreten Ideen und Argumenten.

Dabei nutze ich die ursprünglichen Quellen, aber natürlich in erster Linie meine Notizen aus dem Obsidian-Archiv.

Den digitalen Garten pflegen

Tools: Obsidian, Jekyll, draw.io

Aus den Gedankengängen im Zettelkasten entwickele ich dann die Beete und Pflanzen hier in meinem digitalen Garten: Einzelne Thesen und Argumente, die zusammengenommen mein Denken zu einem Themenfeld widerspiegeln. Dieses ist selten linear und auf eine zentrale Aussage ausgerichtet, weswegen ich mich hier für eine nicht-lineare Struktur entschieden habe.

Und, wer weiß, vielleicht wird aus diesen verknüpften Beeten und Gedanken auch irgendwann mal noch etwas umfangreicheres Klassisch-Lineares…