"Locklands" von Robert Jackson Bennett

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    Ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass das von Robert Jackson Bennetts “Founders Trilogie” noch der dritte Band ausstand. Umso mehr habe ich mich gefreut, als er mir plötzlich über den Weg lief.

    In den ersten beiden Bänden stellte Bennett das Magiesystem vor, das mich sehr an das Programmieren erinnert hat: Gegenständen werden Zeichen eingeschrieben, die ihnen neue Eigenschaften verleihen und dadurch die Realität verändern können.

    Während der erste Band thematisch sehr bodenständig und in erster Linie kapitalismuskritisch war und der zweite Band sich dem Thema persönlicher Traumata widmete, war Band 3 etwas abstrakter: Es ging in erster Linie um das Wesen der Realität.

    Das erschwert jedoch leider die Identifikation mit den Figuren und mit der Geschichte, weil es keinen Anknüpfungspunkt bietet. Es ist offensichtlich fiktiv und hat auch keinen Bezug zu unserer Welt. Mit solchen Büchern tue ich mir meistens schwer.

    So reisen die Figuren also durch die Welt und stellen sich Gegnern, die zwar cool sind, aber irgendwie auch egal. Eindrucksvoll, wirklich kreativ und wild, aber eben auch ganz eindeutig Konstrukte auf dem Papier.

    Erst am Ende kommt dann der emotionale und thematische Payoff. Dafür aber umso stärker. Im Kern geht es darum, ob diese (unsere?) Welt zu reparieren ist und was man bei entsprechenden Versuchen falsch machen kann - gerade bei großer persönlicher Macht.

    Also ein Buch mit Längen, aber einem fulminanten Abschluss für eine großartige Fantasy-Reihe, die seltsamerweise immer ein wenig unter dem Radar gelaufen ist.

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