"How to Do Nothing - Resisting the Attention Economy" von Jenny Odell

Cover

Chapter 1: The Case for Nothing

Die Welt ist laut und kontinuierlich aktiv und produktiv. Durch aktives unkommerzielles Nichtstun konnen wir aus dieser Dynamik ausbrechen und in unseren Körper zurückkehren. Dabei geht es auch um den Wert der Maintenance Work.

Chapter 2: The Impossibility of Retreat

  • Das ist ein ganz zentraler Punkt: das Vergessen von Vergangenheit und Zukunft. Vielleicht, weil uns schon die Gegenwart überfordert?
  • Auch Technologie inkorporiert Macht. Sie kann damit keinen Königsweg zur unbegrenzten Freiheit bieten.
  • Alle Gesellschaftssyteme, die bewusst gestaltet werden, unterscheiden zwischen dem Gestaltenden und den Gestalteten.
  • Wenn Politik durch Design ersetzt werden soll, sollen zwangsläufig Menschen zu Maschinen reduziert werden.

Odell schlagt keine vollständige Abkehr von der Welt vor, hält diese gar fur unmöglich. Sie spricht sich für ein “Standing Apart” aus, das sich an der Welt beteiligt aber immer auch in der Lage ist aus ihr herauszutreten und zu beobachten.

Chapter 3: Anatomy of a Refusal

Es ist ein Privileg, sich gegen die bestehende Ordnung zu stellen, weil wir immer auch in ihr leben. Wir können jedoch “Thirdspaces” schaffen, in denen wir uns der Ordnung nicht unterwerfen, auch wenn wir in ihr leben. Damit ist nicht gemeint, Facebook zu verlassen und dann darüber zu twittern. Dies folgt weiterhin der kapitalistischen Logik, die unsere Aufmerksamkeit monetarisiert und stellt sie nicht grundsätzlich infrage .

Chapter 4: Exercises in Attention

  • Schönes Bild: Unsere Wahrnehmung rendert die Realitat so, wie Blender ein Bild rendert: Unter Berücksichtigung zahlreicher weiterer Variablen.

Aufmerksamkeit kann ein bewusster Akt sein. Dabei prägen uns Sehgewohnheiten und geplante Aufmerksamkeitssteierung, wir können uns diesen Verzerrungen aber bewusst entgenstellen. Dabei geht es für Odell um eine echte körperliche und zeitliche Begegnung, das “I-Thou” Martin Bubers und nicht das “I-It”. Das hat auch was von Rosas Reonanz.

Chapter 5: Ecology of Strangers

Auch unsere soziale Aufmerksamkeit auf Menschen sollten wir nicht nur auf ähnliche Menschen richten, sondern auch auf die in unserer Umgebung. Mit ihnen sind wir ohne konkreten Grund zusammengeworfen und so beeinflussen unsere Leben sich gegenseitig.

Die Abgrenzung zwischen Personen und zwischen Mensch und Natur ist künstlich. Viele Menschen schotten sich allerdings von Begegnungen ab, da sie neue Kontakte meiden und sich auch auf den Raum um sich herum nicht einlassen.

Der Indvidualismus verleitet dazu, Probleme die man nicht alleine lösen kann, einfach zu ignorieren.

Das Konzept des Bioregionalismus zeigt, dass wir nicht abgetrennte Individuen sind, sondern Teil ökologischer wie sozialer Biotope, denen wir uns jedoch zu häufig verschließen. Wir lassen keine wahren Begegnungen zu und isolieren uns so unnötig.

Chapter 6: Restoring the Grounds for Thought

Online ist der “Kontext kollabiert”, genauer gesagt, die Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Kontexten. Wir haben genau eine Online-Identität, auch wenn wir offline viele verschiedene hätten.

Gedanken wie soziale Bewegungen brauchen einen Raum und Zeit um zu reifen und zu reflektieren. Den finden sie in den sozialen Medien nicht. Für Gemeinschaft und Aktivismus braucht es abgegrenzte Räume und es gibt SocialMedia Projekte, die versuchen, diese zu erschaffen.

Conclusion: Manifest Dismantling

Wir verbinden Fortschritt damit, neue Dinge zu schaffen und nicht damit, uns von alten zu trennen.