🌟 Das gute Leben ergibt sich nicht einfach so. Man muss es aktiv gestalten und immer hinterfragen.

Wenn es darum geht, das “gute” oder “richtige” Leben zu finden, trifft Alain de Botton in meinen Augen den Nagel aus den Kopf:

It is a singularly regrettable feature of the modern world that while some of the most trivial of our requirements (for shampoo and moisturizers, for example, as well as pasta sauce and sunglasses) are met by superlatively managed brands, our essential needs are left in the disorganized and unpredictable care of lone actors. (Religion for Atheists)

Wir haben eben nicht mehr die eine Religion, die uns Moral und Ethik vorgibt, und diese Lücke ist bislang noch nicht systematisch gefüllt. Wir müssen uns selbst auf die Suche machen und können uns nicht an fertigen Schablonen bedienen. Und dieser Individualismus überfordert uns chronisch.

Das Ende der Religion

Wenn das Programm der Aufklärung die Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben war, ist ihr das am Anfang des 21. Jahrhunderts hervorragend gelungen. In Europa finden wir nur Reste des ehemaligen gesellschaftlichen und moralischen Zentrums unserer Welt. Aber niemand weiß, wie wir es schaffen, dass unsere Gesellschaft ohne den religiösen Kitt nicht in tausend Teile zerspringt.

Individualismus in der Moderne

Auch wenn die Freiheit der Moderne die Möglichkeiten der Lebensgestaltung vervielfacht, befreit sie uns nicht von dem Bedürfnis nach stabilen Lebens- wie Sinnzusammenhängen. Vielmehr müssen wir uns das Selbst bewusst erarbeiten und den unzähligen Möglichkeiten selbst eine Form geben, in der wir uns eingebunden und verankert fühlen.

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