Führung von Wissensarbeitern sollte Struktur und Orientierung bieten

  • In der Industriearbeit war die Trennung von Planung und Durchführung lange Zeit das Ideal. Auf der einen Seite die Expert:innen, die mit ihrem überlegenen Wissen die Abläufe in der Produktion genau planen können, und auf der anderen Seite die Arbeiter:innen in der Produktion, die diesen Ablauf dann nur noch umsetzen. Führung bedeutete hier in erster Linie die Ablaufe zu planen und dann die Umsetzung sicherzustellen. Dafür würden Maschinen und Werkzeuge bereitgestellt und eine passende Arbeitsumgebung geschaffen. Den Arbeiter:innen war sehr genau vorgegeben, was sie wann zu tun hatten.

    Moderne Wissensarbeit hingegen gilt als kaum planbar (Wissenschaftliches Arbeiten ist nicht planbar). Das stellt die klassische Führung vor besondere Herausforderungen, denen sie sich an manchen Stellen durch einen Rückzug gestellt hat. Sie bietet immer weniger Struktur, um den Mitarbeitenden die notwendigen Freiheiten zu bieten, vergisst dabei aber, dass dadurch auch ein hohes Maß an Orientierung verloren geht und die Mitarbeiter:innen auf sich selbst gestellt sind. Sie können damit weniger von der Erfahrung der Führungskräfte profitieren und es entstehen neue Koordinationsprobleme in der Zusammenarbeit. (vgl. Individualisierung stellt zu hohe Anforderungen an den Einzelnen).

    Dabei wird vor allen Dingen vergessen: Wissensarbeit muss von Grund auf gelernt werden.

    • 🌟 Das Denken ähnelt dem Handwerk, indem es Werkzeuge und Techniken nutzt, die gelernt und gestaltet werden müssen.

    • Individualisierung stellt zu hohe Anforderungen an den Einzelnen

      Der Individualismus erlegt dem Individuum eine gewaltige Bürde auf: Es muss die Frage nach dem guten und richtigen Leben nun komplett selbst beantworten und damit die ganze Geistesgeschichte individuell nachvollziehen.

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