Forschung & Lehre

Von 2007 bis 2012 habe ich an der Universität Oldenburg meine Doktorarbeit zum Alltagsleben in Grenzregionen geschrieben, an der Schnittstelle zwischen Soziologie und Sozialgeographie. Themen: Wandel im Alltagsleben, Theorie sozialräumlicher Integration, soziale Mechanismen

Im Anschluss habe ich bis 2014 in Oldenburg die DFG-Forschergruppe “Europäische Vergesellschaftungsprozesse” koordiniert. Themen: Feldtheorie, Theorie Europäischer Integration

Von 2016 bis 2020 habe ich schließlich wissenschaftliches Schreiben gelehrt und schreibdidaktisch publiziert. Themen: Schreibdidaktik, Cognitive Load

2021 habe ich die universitäre Wissenschaft verlassen (#IchWarHanna).

Dissertation

In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit dem Alltagsleben in deutschen Grenzregionen beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob und wie die Menschen, die in deinem Grenzdorf leben, eine benachbarte Großstadt direkt auf der anderen Seite der Grenze in ihren Alltag einbeziehen. Dabei habe ich ein theoretisches Modell der sozialräumlichen Integration entwickelt und Interviews an zwei deutschen Außengrenzen und an der ehemaligen innerdeutschen Grenze geführt.

Eine schöne Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse bietet dieses Radiointerview mit dem Schweizerischen Rundfunk. Das theoretische Modell stelle ich in diesem Artikel vor.

Werdegang

Mit dem Auslaufen des Projekts an der FH Bielefeld habe ich die universitäre Wissenschaft verlassen. Seit 2021 arbeite ich am privatwirtschaftlichen Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft im Bereich Wissensmanagement und an Projekten zu Digitalisierung der Sozialwirtschaft.

Von 2016 bis 2020 arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Projekt “Optimierung von Studienverläufen” an der Fachhochschule Bielefeld. Finanziert durch den “Qualitätspakt Lehre” habe ich dort Studierende beim Verfassen Ihrer Haus- und Abschlussarbeiten unterstützt. Zudem habe ich Materialien und didaktische Formate entwickelt, um die Vermittlung schreib-methodischer Inhalte mit der fachlicher Inhalte zu verbinden.

Bis Juli 2014 habe ich als Pro­jekt­ma­na­ger der DFG-finanzierten For­scher­gruppe “Euro­päi­sche Ver­ge­sell­schaf­tungs­pro­zesse” an der Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Olden­burg gear­bei­tet. Von 2012 bis 2020 unter­sucht die­ses gemein­same Pro­jekt von neun deut­schen und öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten Pro­zesse der Euro­päi­sie­rung aus einer sozio­lo­gi­schen Per­spek­tive. Anstatt auf die Ent­ste­hung und den Ein­fluss poli­ti­scher Insti­tu­tio­nen, fokus­siert unsere Per­spek­tive auf die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Akteu­ren aus unter­schied­li­chen EU-Mitgliedsstaaten — in ihrer Inter­ak­tion mit der euro­päi­schen Ebene und in ihrem all­täg­li­chen Leben. Meine Auf­gabe war dabei die Koor­di­na­tion der Teil­pro­jekte und die Orga­ni­sa­tion der gemein­sa­men Ver­an­stal­tun­gen. Inhalt­lich habe ich in die­ser Zeit einen theo­re­ti­schen Rah­men ent­wi­ckelt, der die empi­ri­schen Ergeb­nisse aus den Teil­pro­jek­ten zusam­men­führt. Dem­ent­spre­chend habe ich mich inhalt­lich in ers­ter Linie mit der euro­päi­schen Inte­gra­tion und der Gesell­schafts­theo­rie aus­ein­an­der­ge­setzt — mit einem Schwer­punkt auf Feld– und Differenzierungstheorien.

Zuvor habe ich 2012 meine Dok­tor­ar­beit über “Die all­täg­li­che Repro­duk­tion natio­na­ler Gren­zen in Europa” abge­schlos­sen. Hier arbeite ich her­aus, wel­che Rolle eine benach­barte aus­län­di­sche Groß­stadt im All­tags­le­ben dreier Grenz­orte spielt. Dabei habe ich mich für eine qua­li­ta­tive Her­an­ge­hens­weise ent­schie­den, um einen genauen Blick auf die loka­len Beson­der­hei­ten der grenz­über­schrei­ten­den Prak­ti­ken zu wer­fen und auf­zei­gen zu kön­nen, wel­che Rolle diese im Kon­text des all­täg­li­chen Lebens ein­neh­men. Inhalt­lich habe ich mich dabei mit For­schung aus den Berei­chen Sozio­lo­gie des All­tags und der Mobi­li­tät sowie natio­na­ler Gren­zen aus­ein­an­der­ge­setzt. Zudem habe ich mich mit Theo­rien zu Raum und Ort befasst sowie mit qua­li­ta­ti­ven Metho­den — ins­be­son­dere der Ana­lyse sozia­ler Mecha­nis­men.

Publikationen & Vorträge

Publikationen

Müller, Nils (2016): “A routine-based model of everyday mobility in border regions“. Eingeladener Beitrag in: G. Schnuer & E. Boesen (Ed.): “European Borderlands: Barriers and Bridges in Everyday Life”. Ashgate

Müller, Nils (2014): “Euro­päi­sche Ver­ge­sell­schaf­tung zwi­schen sozia­len Fel­dern und sozia­lem Raum — eine Sys­te­ma­ti­sie­rung“. Pre-Prints der For­scher­gruppe “Euro­päi­sche Ver­ge­sell­schaf­tungs­pro­zesse 2014-06.

Müller, Nils (2014): “Die all­täg­li­che Repro­duk­tion natio­na­ler Gren­zen“. Kon­stanz: UVK

Müller, Nils (2011): “Social Fron­tiers — Moder­ni­zing an Old Para­digm for Modern Bor­der Rese­arch“. In A. Kalo­ge­re­sis (Ed.): “Pro­cee­dings of the 2010 Euro­pean Con­fe­rence of the Asso­cia­tion for Bor­der­lands Stu­dies”. Crea­teSpace, S. 341–352.

Müller, Nils (2011): “Ler­nen und Leh­ren zwi­schen Uni­ver­si­tät und Schü­leraka­de­mie“. In Laby­rinth 2011/1, S. 28–29

Müller, Nils (2010): “Staats­gren­zen im All­tag“. In: Baud­son, See­mül­ler, Dres­ler (Ed.): “Gren­zen unse­res Geis­tes”. Stutt­gart: Hir­zel. S. 113–122.

Müller, Nils (2010): “Die Bestei­gung des Daten­bergs“. In: Wil­helms­ha­ve­ner Zei­tung, 6.03.2010

Müller, Nils (2009): “Warum prä­gen Insti­tu­tio­nen das Han­deln in Orga­ni­sa­tio­nen? Die unbe­ant­wor­tete Frage des Neo-Institutionalismus“. In: Schreyögg, Georg; Sydow, Jörg (Hg.): Ver­hal­ten in Orga­ni­sa­tio­nen. Wies­ba­den: Gab­ler (Manage­ment­for­schung, 19), S. 223–240.

Müller, Nils & Anne Mühlbach (2006): “„Mr. Lis­sa­bon” — Ret­ter einer ver­san­de­ten Stra­te­gie?“. In: Ansorge, S. et al.: “Wachs­tum und Beschäf­ti­gung in Europa. Der Neu­start des Lissabon-Prozesses. Ein Exkur­si­ons­be­richt.” Bam­ber­ger Bei­träge zur Euro­pa­for­schung und zur inter­na­tio­na­len Poli­tik Nr. 10/2006, S. 26–29.

Vorträge

Müller, Nils (2020): Wie kann der cognitive load der Studierenden bei der Vermittlung des wissenschaflichen Schreibens gesenkt werden? Coburger Symposium 2020 – “Schreiben in den Fächern” (Coburg, 7. Februar)

Müller, Nils mit Vivian Carstensen (2018): Die Verzahnung von fachlichen Inhalten und Schreibdidaktik. Tagung „Schreiben(d) lehren, fördern und beraten“ (Wien, 7. Dezember)

Müller, Nils (2014): Dyna­mics of ever­y­day life in Euro­pean bor­der regi­ons. 2nd Turkish-German Fron­tiers of Huma­nities Sym­po­sium (Bochum, 27. – 30. November)

Müller, Nils (2014): (Re-)producing Natio­nal Bor­ders in Ever­y­day Life. Inter­na­tio­nal work­shop “Living in Euro­pean Bor­der­lands” (Luxem­burg, 20. – 22. November)

Müller, Nils (2013): Die all­täg­li­che Repro­duk­tion natio­na­ler Gren­zen. DGS-Sektionstagung “Hori­zon­tale Euro­päi­sie­rung — Natio­nale Öff­nung und euro­päi­sche Schlie­ßung?” (Olden­burg, Ger­many; 10th-11th October)

Müller, Nils (2013): Legi­ti­mi­zed Nar­ra­ti­ves – Social Fields and Insti­tu­tio­nal Logics. 11th con­fe­rence of the Euro­pean Socio­lo­gi­cal Asso­cia­tion “Cri­sis, Cri­ti­que and Change”, RS07 Field Theory (Turin, Italy; 28th-31st August)

Müller, Nils (2012): Local Pre­ser­vers, Region­auts and Inte­gra­tio­nal Entre­pre­neurs — Ever­y­day Life in Bor­der Regi­ons. Gemein­same Sek­ti­ons­ta­gung der DGS-Sektionen Euro­paso­zio­lo­gie sowie Land– und Agrar­so­zio­lo­gie: “Grenz­räume in Europa” (Mön­chen­glad­bach, Ger­many; 2nd-3rd March)

Müller, Nils (2010): Struc­tu­ring ever­y­day life in bor­der regi­ons. Con­fe­rence “A Bor­der­less Europe?” (Søn­der­borg, Den­mark; 30th Sep­tem­ber — 2nd October)

Müller, Nils (2010): Social Fron­tiers — Moder­ni­zing an old para­digm for modern bor­der rese­arch. Euro­pean Con­fe­rence of the Asso­cia­tion for Bor­der­land Stu­dies: “The Mul­ti­fa­ce­ted Eco­no­mic and Poli­ti­cal Geo­gra­phies of Inter­nal and Exter­nal EU Bor­ders” (Veria, Greece; 23rd-26th September)

Lehre

Workshop Fit für die Hausarbeit (seit WS 2016/2017, FH Bielefeld Verbundstudium)

Online-Coaching: Kickstart Bachelorarbeit (SS 2020 bis WS 2021, FH Bielefeld)

Coaching: Bachelorarbeit - vom Start zum Ziel (SS 2017 bis WS 2019/20, FH Bielefeld)

Kurzvorträge Wissenschaftliches Arbeiten (SS 2017 bis WS 2019/20, FH Bielefeld)

Workshop Fit für die Bachelorarbeit (SS 2016 bis WS 2019/20, FH Bielefeld)

Modul: Organisation und Management (WS 2016/17 bis WS 2020/21, FH Bielefeld)

Semi­nar: Natio­nale Gren­zen in Europa. (WS 2011/12, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Vor­le­sung: Ein­füh­rung in den euro­päi­schen Gesell­schafts­ver­gleich. (SS 2011, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Semi­nar: Übung zur Ein­füh­rung in das wis­sen­schaft­li­che Schrei­ben. (WS 2010/11, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Lehr­for­schung: Trans­na­tio­nale Erfah­run­gen in Europa. (SS 2010 — WS 2010/11, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Lehr­for­schung: Orga­ni­sa­ti­ons­be­ra­tung. (WS 2008/09 — WS 2009/10, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Übung: Ein­füh­rung in die Sozi­al­struk­tur­ana­lyse. (SS 2008 — WS 2009/10, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Semi­nar: Arbeit und Manage­ment im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. (WS 2007/08, Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät Oldenburg)

Übung: Ein­füh­rung in die Metho­den der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung. (SS 2007, Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

Übung: Daten­ana­lyse mit SPSS. (WS 2006/07 — SS 2007, Otto-Friedrich-Universität Bamberg)