Ein neues Format für die Wissenschaftskommunikation?

Gerade im Rahmen der aktuellen Debatte um Open Access und Open Science fällt immer wieder das Argument, wie die reine Zugänglichkeit dazu führen würde, dass auch interessierte Personen außerhalb der Wissenschaft sich intensiver mit wissenschaftlicher Forschung auseinandersetzen. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass wissenschaftliche Texte nicht nur wegen Paywalls Barrieren aufbauen, die für Externe teilweise nur schwer zu überwinden sind.

Auch die Form, in der wir unsere Ergebnisse publizieren, sorgt nicht dafür, dass sie für interessierte Laien zugänglicher wird: Journal-Artikel, die sich ebenso sehr damit aufhalten, die Erwartungen der Reviewer und die Konventionen des Journals zu erfüllen, wie tatsächliche Erkenntnisse zu präsentieren und Monographien, die oftmals langatmig (aus der Perspektive des Außenstehenden) kleinste Details theoretischer Herangehensweisen aufarbeiten, sind mindestens ebenso hinderlich.

Dann wären da noch die zahlreichen Folien bzw. Slides, die man im Laufe seiner Arbeit produziert und die die eigenen Argumente meist wesentlich pointierter darstellen. Doch die mit vier oder fünf Sätzen in großer Schriftgröße vollgestopften Folien sind meist weder eine Freude zu lesen, noch sind sie ohne die Erläuterungen des Vortragenden verständlich – gerade für Außenstehende.

Eine Lösung für dieses Dilemma könnte das von Nancy Duarte beschriebene Format der Slidedocs sein, welches die Vorteile von Präsentationen und die ausformulierter Texte verbindet: Auf das wesentliche reduzierte Ideen, die auf einer Seite in kurzen und prägnanten Texten vorgestellt werden, ergänzt um erläuternde oder verstärkende Illustrationen.

Gerade für spezifische Forschungsprojekte oder auch Monografien bietet eine solche Publikationsform an, um einem breiteren Publikum die eigene Arbeit zu präsentieren und immer etwas zur Hand zu haben, wenn sich jemand ausführlicher dafür interessiert. Da ließe sich dann eine Folie zur Einleitung, ein paar zur Einordnung in den Forschungszusammenhang, zur eigenen theoretischen Herangehensweise und auch der Forschungsmethodik vorschieben, bevor die eigentlichen Resultate referiert werden. Der Leser kann dann selbst entscheiden, welche dieser Abschnitte ihn interessieren und für sich beim Lesen genau diese rausgreifen, während der Gesamtzusammenhang bestehen bleibt. Auch für die eigene Webseite bietet sich ein solches Format an.

Daher werde ich mir in der nächsten Zeit sicherlich mal die Zeit nehmen, meine Dissertation in ein solches Format zu überführen, um sie euch dann hier auch wesentlich ausführlicher vorstellen zu können, ohne dabei die Rechte meines Verlags zu verletzen.

(Gefunden beim Toolblog)

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