Zehn oder Neun? Egal, hauptsache #bcruhrX!

Es ist ein Weilchen her, aber am letzten Wochenende war ich dann doch mal wieder auf einem größeren Barcamp. Und zwar nicht auf irgendeinem, sondern auf dem barcamp.ruhr mit dem “X” im Titel, das eigentlich “erst” das neunte seiner Art war und wieder einmal mit seiner ganz besonderen Atmosphäre überzeugt hat.

Wobei man auch sagen muss, dass das barcamp.ruhr gegenüber anderen Camps einen unfairen Vorteil hat: Das bunte und liebevoll-chaotische Unperfekthaus in Essen ist einfach die perfekte Location für ein Event, das sich trotz mehr als 150 Teilnehmern familiär anfühlt. Da können top-ausgestattete Schulungszentren oder klinisch-professionelle Firmenräume einfach nicht mithalten.

Wie bei jedem Barcamp machen aber erst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die “Unkonferenz” zu einem Erlebnis. Da hat es das barcamp.ruhr mit den Ruhris einfach. Auch wenn es mir dieses Mal so schien, als seinen gerade Norddeutschland und Baden-Württemberg gut vertreten gewesen. Betrachtet euch als Ehren-Ruhris!

Thematisch schwanken die – nominell – themenoffenen Barcamps ja oft zwischen Web-Entwicklung, Social Media und Online-Marketing, dieses Jahr lag in Essen meiner Wahrnehmung nach der Schwerpunkt neben Social Media auf “Nerd-Kultur” und Coaching.

Samstag: Von Instagram-Stories über Syrien zur Nerd-Kultur

Der Samstag begann nach der Anreise und dem wie üblich hervorragenden UpH-Frühstück mit der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung, in der die insgesamt 48 Zeit-und-Raum-Kombinationen gefüllt wurden.

In meiner ersten Session habe ich mich dann gleich mal wieder in Sachen Soziale Medien inspirieren lassen: Christian Müller (@sozialpr) – nicht verwandt und nicht verschwägert, was bei dem Namen aber auch nicht überrascht – stellte flüchtige Story-Formate aus Video- und Bildschnipseln vor, die durch Snapchat etabliert worden sind. Hier hat in den letzten Monaten vor allem Instagram an Beliebtheit gewonnen, das diese Funktion von Snapchat mit einigen Anpassungen nachbaut, nachdem sich das Vorbild auch mit viel Geld nicht hat kaufen lassen.

Am Sonntag habe ich das dann auch gleich mal ausprobiert und kann mir jetzt gut vorstellen, dass es da das ein oder andere Mal auch eine Story von mir geben wird, die dann aber nach 24 Stunden wieder verschwindet. Wer das mitbekommen will, sollte mir bei Instagram folgen.

Im Anschluss wurde es etwas ernster und ich habe mir von Barbara Volkwein (@ucation) und Rouven Kasten (@gestalterhuette) die Hintergründe der Crowdfunding-Aktion für eine Schule in Syrien erklären lassen. Sehr sympathisch, durchaus eindrucksvoll und auf jeden Fall unterstützenswert.

Dann wurde es – wie schon angedroht – nerdig und nach meiner eigenen Session zur Einführung in das Genre Science Fiction ging es in die obligatorische Serienvorstellung (Westworld, Legion und The Good Fight) von @scottytm und eine kleine Einführung in moderne Brettspiele, wo ich in erster Linie neue Spiele kennengelernt habe.

Sonntag: Was haben Schreiben und Programmieren gemeinsam?

Nachdem der Samstag in erster Linie unterhaltsam und im besten Sinne “nett” bzw. “hyggelig” war, ging es am Sonntag ein bisschen herausfordernder und inspirierender zu. Nach einem weiteren Ausflug zu Instagram und meiner eigenen Session zum “Schreiben, um zu denken” – basierend auf dem empfehlenswerten Buch Schreibdenken von Ulrike Scheuermann – wollte ich eigentlich mal wieder was Technisches machen.

Also ab zu @franks in seine Session zu Architektur-Katas, also Fingerübungen für die Entwicklung aufwändiger Software-Architektur. Da es da dann aber weniger konkret um Software-Architektur ging, sondern darum, den Design-Prozess zu erlernen, drifteten meine Gedanken zu den Parallelen zwischen Software-Design und dem Konzipieren und Verfassen längerer Texte. Das könnte mal wieder ein etwas anderer Blick sein, zu dem ich hier demnächst bestimmt das eine oder andere zu Bildschirm bringen werde.

Nach der etwas verlängerten Mittagspause habe ich noch die zweite Hälfte der Session “Gewohnheiten verändern” von @ElisabethPineDE mitbekommen, die für mich inhaltlich wenig Neues bot und in erster Linie die Ideen zu Routinen von Charles Duhigg und Power Poses von Amy Cuddy vorgestellt hat. Wer die Bücher noch nicht kannte, hat hier bestimmt viel Spannendes mitnehmen können.

Den inhaltlichen Abschluss bildete der auf dem Barcamp Dortmund entstandene humoristische Battle zwischen Photograph @SimSullen und Illustrator @Seppini, wer schneller/besser/weiter ein Potrait anfertigen könne. Da kam ich dann sogar als organischer Reflektorenhalter zum Einsatz…

Fazit

Das war mal wieder ein tolles Barcamp und zum Abschluss bleibt mir nur, mich bei den Orgas @bertholdb und @fernmuendlich, dem Unperfekthaus und TeilnehmerInnen wie -geberInnen für ein klasse Wochenende zu bedanken. Und natürlich bei den Sponsoren, die das überhaupt erst möglich gemacht haben:


agile ruhr


WAZ


Rheinschafe


dotRuhr


9elements


netzkommune


GLS Bank


etrado

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